Die Fettabsaugung – Liposuktion
Kurzinformation:
Operationsdauer: je nach Region und Befund 2 – 4 Stunden
Narkose: Dämmerschlaf (Narkosearzt)
Klinikaufenthalt: 24 Stunden
Nachbehandlung: Kompressionsbandage 8 Wochen
Belastungseinschränkungen: 3 – 6 Tage
Wann sollten Sie sich wegen einer Fettabsaugung beraten lassen?
Die Fettabsaugung ist eine sichere Behandlung zur Beseitigung von umschriebenen Fettpolstern, für eine Gewichtsreduktion ist sie nicht geeignet. Bei Frauen bilden sich durch den Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone Problemzonen, deren Fettzellen allen Diäten und sportlichen Aktivitäten trotzen. Das sind:
- in der Pubertät die Ausbildung der so genannten Reithosen an den Oberschenkeln,
- nach Schwangerschaften Fettpolster am Bauch
- und in den Wechseljahren Fettpolster an Bauch, Taille und Hüften.
Durch erbliche Einflüsse sind solche Problemzonen aber auch am ganzen Körper, z.B. an den Oberarmen, den Unterschenkeln, am Rücken und am Kinn möglich. Versuche, das Aussehen durch Diäten oder Sport zu beseitigen, scheitern daran, dass der Körper sich auf einen „Hungerstoffwechsel“ einstellt, der Kalorienverbrauch wird gebremst. Dadurch nehmen Sie bei normaler Ernährung an Gewicht wieder zu.
Bei der Liposuktion werden die Fettzellen entfernt und damit ein dauerhafter Effekt erzielt.
Nur bei einer deutlichen Gewichtszunahme wird wieder Fett gespeichert, aber nicht unbedingt wieder in diesen Problemzonen. Das Ziel der Fettabsaugung ist die Verbesserung der Körperkonturen. Bei Übergewicht raten wir zu einer Ernährungsberatung. Prinzipiell können an allen Stellen des Körpers Fettzellen abgesaugt werden. Typische Problemzonen sind: Hals, männliche Brust, Bauch, Hüften, Reiterhosen, Innenseiten der Oberschenkel und Knie, seltener Unterschenkel, Waden und Arme. Bei einem Hautüberschuss am Unterbauch, an den Oberschenkelinnenseiten oder an den Oberarmen ist eine gleichzeitige Hautstraffung sinnvoll.
Was passiert bei einer Fettabsaugung?
Eine Fettabsaugung ist eine Operation über mehrere Stunden mit einem Komplikationsrisiko. Voraussetzungen sind deshalb die Überprüfung der Operationsfähigkeit, die Durchführung in einem technisch komplett ausgerüsteten Operationssaal, die Kontrolle während der Operation durch einen Narkosearzt und eine stationäre Überwachung über 24 Stunden. Wir führen diese Operation grundsätzlich in einem Dämmerschlaf durch. Sie erhalten keine Vollnarkose mit Beatmung, sondern lediglich eine medikamentöse Ruhigstellung und Schmerzbehandlung durch einen qualifizierten Narkosearzt. Sie schlafen während der Operation und sind danach weitgehend beschwerdefrei. Über kleine Einstiche von etwa 4 mm wird eine Flüssigkeit in das Fettgewebe eingespritzt, die so genannte Tumeszenzlösung. Sie besteht aus einer Elektrolytlösung, einem örtlichen Betäubungsmittel, einer Substanz zur Verengung der Blutgefäße und einer geringe Menge Cortison. Während einer Einwirkungszeit von etwa 45 Minuten platzen die Fettzellen. Das nun emulgierte Fett kann kontrolliert abgesaugt werden. Wir verwenden dazu ein modernes Vibrationsgerät, das ein gleichmäßiges Ergebnis und eine Schonung der Bindegewebsfasern unter der Haut ermöglicht. Etwas Fettgewebe muss unter der Haut belassen werden, um glatte Konturen und die Verschiebbarkeit der Haut zu garantieren.
Bei gleichmäßig reduzierter Faltendicke und glatten Konturen in den abgesaugten Bereichen verschließen wir die kleinen Einstiche durch eine Naht, damit die noch im Körper vorhandene Flüssigkeit nicht über mehrere Tage in die Verbände läuft und Ihr Wohlbefinden beeinträchtigt. Das Operationsergebnis muss durch eine Kompressionsbehandlung über mindestens 4 bis 6 Wochen gesichert werden. Deshalb legen wir Ihnen unmittelbar nach der Operation eine Kompressionsbandage an.
Wie sind die Erfolgsaussichten?
Bei einer realen Erwartungshaltung garantieren wir gute Ergebnisse.
Wichtig ist eine weiche Haut, die sich auch nach der Behandlung gut zurück bildet. Problematisch kann die Situation bei Rauchern werden, bei denen die Haut bereits unelastisch ist und sich nicht modellieren lässt. Dann können Falten entstehen. Es können auch eingeschränkte Ergebnisse bei exakter Technik resultieren, z.B.
- bei Männern mit einem hohen Fettanteil im Bauchraum (Bierbauch)
- bei Sportlern mit einem hohen Bindegewebsanteil im Fett
- oder bei Patienten nach mehreren Diäten – dann ist ebenfalls ein hoher
Bindegewebsanteil zu erwarten.
In 5 % sind kleine Korrekturen zur Optimierung des Ergebnisses sinnvoll.
Worauf müssen Sie bei der Nachbehandlung achten?
Zur Erhöhung der Sicherheit in der unmittelbaren Phase nach der Operation verbleiben Sie für 24 Stunden in unserer stationären Überwachung. Danach sind die Medikamente in Ihrem Körper abgebaut und Sie können ohne Bedenken unsere Klinik in Begleitung verlassen. Sie sind für etwa 3 bis 4 Tage nicht arbeitsfähig, bei schwerer körperlicher Tätigkeit bis maximal 1 Woche. Voll belastbar sind Sie erfahrungsgemäß nach 4 bis 6 Wochen. Während dieser Zeit führen Sie die Kompressionsbehandlung weiter und pflegen intensiv Ihre Haut. Nach 6 bis 8 Wochen besprechen wir bei einer Abschlussuntersuchung und an Hand einer aktuellen Fotodokumentation das erreichte Ergebnis. Bei einer trockenen Haut oder im Alter kann die Rückbildung der Haut mehrere Monate dauern.
Welche Komplikationsmöglichkeiten sind nicht auszuschließen?
Wir führen zur Vermeidung seltener, aber gravierender Komplikationen grundsätzlich eine Thrombose- und Antibiotikaprophylaxe durch. Die Komplikationsrate liegt nach einer Untersuchung unserer Fachgesellschaft (Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie) unter 1 %.
